Ernährung
Meerschweinchen füttern: Heu, Frischfutter und Vitamin C
Die meisten Meerschweinchenkrankheiten beginnen im Napf. Drei Regeln decken den größten Teil ab: Heu ohne Pause, Frischfutter mit Vitamin C jeden Tag, Trockenfutter höchstens löffelweise.
Heu ist das Hauptfutter
Meerschweinchen haben einen Stopfmagen: Sie können Nahrung nicht aktiv weitertransportieren, nachrückendes Futter schiebt den Brei weiter. Deshalb fressen sie bis zu 80 Mal am Tag kleine Portionen, und deshalb ist eine Futterpause von wenigen Stunden bereits ein Risiko.
Gutes Heu riecht aromatisch, ist grün bis grünbraun und zeigt eine sichtbare Mischung aus Gräsern und Kräutern. Grau, muffig, staubig oder weiß bereift heißt Schimmelverdacht — weg damit. Heu gehört in eine Raufe oder auf eine saubere Fläche, nicht in die Einstreu, wo es mit Urin in Kontakt kommt.
Vitamin C jeden Tag
Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst bilden. Der Bedarf liegt bei etwa 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich, bei tragenden oder kranken Tieren höher. Fehlt es über Wochen, zeigen sich Gelenkprobleme, schlechte Wundheilung, stumpfes Fell und Zahnfleischbluten.
Am verlässlichsten kommt es über Frischfutter: rote Paprika ist die stärkste Quelle, dazu Petersilie, Fenchelgrün, Grünkohl und Chicorée. Vitaminpräparate über das Trinkwasser sind der schlechteste Weg — das Vitamin zerfällt im Licht binnen Stunden, und verändertes Wasser wird oft schlechter angenommen.
Frischfutter richtig einführen
Rund 100 bis 150 g Frischfutter pro Tier und Tag sind ein guter Richtwert, verteilt auf zwei Portionen. Neue Sorten kommen einzeln und in kleinen Mengen dazu, damit sich die Darmflora anpassen kann. Alles wird bei Zimmertemperatur gefüttert, nie direkt aus dem Kühlschrank.
- Täglich gut: Paprika, Gurke, Fenchel, Chicorée, Endivie, Petersilie, Möhrengrün.
- In Maßen: Möhre, Sellerie, Apfel, Kohlrabi — zuckerreich oder blähend.
- Selten und vorsichtig: Kohlsorten, Salat mit hohem Nitratgehalt.
- Nicht füttern: Zwiebelgewächse, Avocado, rohe Bohnen, Obstkerne, Zimmerpflanzen, Rasenschnitt.
Trockenfutter: die Ausnahme
Notwendig ist Trockenfutter nicht. Wer es gibt, bleibt bei rund einem gehäuften Esslöffel pro Tier und Tag und wählt eine Sorte ohne Getreide, ohne Zuckerzusatz und ohne bunte Bestandteile. Mischungen mit Flocken, Körnern und Joghurtdrops sind der häufigste Grund für Übergewicht und selektives Fressen — die Tiere picken die kalorienreichen Teile heraus und lassen den Rest liegen.
Häufige Fragen
- Wie viel Heu braucht ein Meerschweinchen pro Tag?
- So viel es fressen will. Heu steht dauerhaft zur Verfügung und wird täglich vollständig erneuert. Als grober Anhaltspunkt entspricht die Tagesmenge etwa der Körpergröße des Tieres.
- Dürfen Meerschweinchen Gras vom Rasen fressen?
- Frisch gepflücktes Gras ja, gemähter Rasenschnitt nein. Rasenschnitt beginnt binnen Minuten zu gären und kann zu schweren Blähungen führen. Wiese gewöhnt man außerdem langsam an, beginnend mit wenigen Halmen.
- Braucht mein Meerschweinchen einen Salzleckstein?
- Nein. Der Mineralbedarf wird über Heu und Frischfutter gedeckt. Leck- und Kalksteine können sogar schaden, weil sie den Harn zusätzlich mit Kalzium belasten — ein Risikofaktor für Blasengrieß.