Zuhause

Käfig und Gehege: Größe, Einrichtung, Standort

Beim Gehege entscheidet eine einzige Zahl über fast alles andere: die zusammenhängende Grundfläche. Alles Weitere — Einstreu, Häuschen, Raufe — ist Feinschliff.

Wie groß ist groß genug?

Für zwei Meerschweinchen gelten 2 m² als Untergrenze, jedes weitere Tier braucht rund einen halben Quadratmeter zusätzlich. Handelsübliche Gitterkäfige liegen meist zwischen 0,5 und 1 m² und reichen damit nicht als alleinige Unterkunft — sie taugen als Schlafbereich in einem größeren Gehege oder als Krankenbox.

Praktikabel sind Freilaufgehege aus Gitterelementen, selbstgebaute Eigenbauten aus Regalsystemen oder ein abgetrennter Zimmerbereich. Wichtig ist eine geschlossene, gut zu reinigende Bodenwanne: Urin darf nicht in Laminat oder Teppich ziehen.

Was hineingehört

Nicht hinein gehören Laufräder und Laufkugeln — die Wirbelsäule der Tiere ist für die Rundung nicht gebaut. Ebenso wenig Gitterböden: Sie führen zu wunden Fußballen.

  • Pro Tier ein Häuschen plus eines extra — möglichst mit zwei Ausgängen, damit niemand in der Sackgasse bedrängt wird.
  • Eine Heuraufe oder eine saubere Heufläche, getrennt vom Klobereich.
  • Wasser: Napf aus Keramik, Nippeltränke oder beides.
  • Saugfähige Einstreu, darüber eine Lage Stroh oder Heu.
  • Tunnel, Brücken und Nagematerial aus ungespritztem Obst- oder Weidenholz.

Innen- oder Außenhaltung

Ganzjährige Außenhaltung ist möglich und für die Tiere oft die bessere Lösung, verlangt aber Konsequenz. Der Stall muss isoliert, wind- und regendicht sowie marder- und rattensicher sein, und er bleibt auch im Winter draußen. Der wechselnde Umzug zwischen warmer Wohnung und Kälte ist der häufigste und gefährlichste Fehler, weil das Fell sich nicht anpassen kann.

Wer im Herbst umstellt, hat den Zeitpunkt verpasst — die Umstellung gehört ins Frühjahr, damit die Tiere den Winterpelz über die Saison aufbauen können.

Reinigung

Nasse Ecken und Kotnester kommen täglich raus, die vollständige Reinigung mit Wechsel der gesamten Einstreu ein- bis zweimal pro Woche. Heißes Wasser und ein Schuss Essig reichen; scharfe Reiniger und Desinfektionsmittel sind unnötig und belasten die Atemwege. Ein kleiner Rest alter Einstreu erhält den vertrauten Geruch und senkt den Stress nach dem Saubermachen.

Häufige Fragen

Reicht ein Käfig mit zwei Etagen?
Nein. Meerschweinchen klettern im Gegensatz zu Ratten oder Chinchillas kaum, sie laufen. Zwei Etagen à 1 m² ersetzen keine 2 m² Grundfläche. Rampen sind zudem eine Sturzquelle und sollten flach und mit Seitenschutz ausgeführt sein.
Welche Einstreu ist die richtige?
Staubarme Weichholzspäne, Hanf- oder Leinstreu funktionieren gut, darüber kommt eine Lage Stroh oder Heu. Ungeeignet sind Katzenstreu mit Klumpbildung und stark parfümierte Streu; Zedern- und frisches Nadelholz belasten wegen der ätherischen Öle die Atemwege.
Wie oft muss das Gehege sauber gemacht werden?
Die nassen Stellen täglich, komplett ein- bis zweimal pro Woche. Riecht es nach Ammoniak, war es zu spät — das reizt die Atemwege und ist ein Wegbereiter für Infekte.